Geheimtipps

Wenn Sie als Tourist Berlin besuchen, macht das die Sache nicht einfacher. In Ihren Reiseführern werden Sie bestimmt über das Brandenburger Tor, den Checkpoint Charlie, den Alexanderplatz und den Kurfürstendamm lesen. Aber heute sind wir in der Mission, Ihnen noch einige weitere geheime Orte zu zeigen: Wir wollen Ihnen Orte zeigen, die UNSER Berlin zeigen. Diejenigen, die weniger häufig vorkommen. Wenn Sie hier leben oder nur zu Besuch kommen… wir hoffen, Sie haben noch nicht von diesen 8 geheimen Orten gehört, die Sie sehen müssen, bevor Sie Berlin wieder verlassen.

Selbstmord-Friedhof – Grunewald

Es ist bereits Oktober und Halloween steht vor der Tür, eine perfekte Gelegenheit, unsere Liste mit einem kleinen Gruselfaktor auf dem Friedhof Grunewald Forst zu beginnen. Lassen Sie uns mit dem Namen beginnen – vielleicht fragen Sie sich, warum der Friedhof Suicide Cemetery heißt. Das ist ziemlich einfach zu erklären: Die Havel hat einen Knick im Flussbett, der sich in der Nähe des Friedhofs befindet. Leider wurden die Leichen derer, die ihr Leben durch einen Sprung in das Wasser der Havel beendeten, in der kleinen Bucht in der Nähe des Friedhofs angespült. Leider war Selbstmord zu dieser Zeit eine Sünde für die katholische Kirche, weshalb Menschen, die sich das Leben nahmen, nicht auf Friedhöfen zugelassen wurden. Deshalb wurden die Leichen im nahe gelegenen Wald begraben. Erst 1920 wurde der Grunewald-Forst-Friedhof zum offiziellen Friedhof gemacht und auch andere Leichen fanden hier ihre Heimat.

Dieser Friedhof ist ein sehr ruhiger und idyllischer Ort, der einen die Zeit leicht vergessen lässt. Das einzige Grab, das etwas belebter ist, ist Nummer 82. Dort liegt die vielleicht berühmteste Person dieses Friedhofs: Christa Päffgen, besser bekannt als Nico, Sängerin von Velvet Underground, Topmodel und Muse von Andy Warhol in den 60er Jahren – eine weltweite Ikone.

Besonders am 16. Oktober und am 18. Juli, ihrem Geburts- und Todestag, pilgern Nico-Fans zu ihrem Grab und hinterlassen oft kleine Fanschreiben, selbstgemachte Geschenke oder Weinflaschen. Ein unheimlich kühler Ort, der die Reise auf jeden Fall wert ist.

 

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Adresse: Friedhof Grunewald Forst, Schildhornweg 33, 14193 Berlin

Museumswohnung Prenzlauer Berg von 1900

Die meisten Menschen kennen Prenzlauerberg wegen seines berühmten Mauerpark-Flohmarktes, der Latte Macchiato Moms und der zahlreichen vegetarisch-veganen Cafés und Restaurants. Aber es gibt nicht nur hippes Zeug, sondern auch einiges an Geschichte zu entdecken, zum Beispiel in der Dunckerstraße 77. Nicht weit vom belebten Helmhotzplatz entfernt befindet sich eine ganz besondere Wohnung – die Museumswohnung im ersten Stock, aus dem Jahr 1900.

Alles ist so erhalten, wie es im Jahr 1900 war. Sie können sehen, wie die Menschen in den 1900er Jahren in ihrer 1,5-Zimmer-Wohnung lebten. Mit Kohleheizung, Waschbrett für die Wäsche, Bettwärmer und einem Waschbottich. Das war die Zeit, als Berlin schnell wuchs: 1875 gab es in Berlin eine Million Einwohner, 1900 waren es bereits zwei Millionen. Dies führte dazu, dass bis zu 10 Personen in einer solchen Wohnung lebten, die eigentlich nur für eine Person gedacht war. Die Besichtigung dieser Wohnung ist eine authentische Reise in ein Berlin aus der Vergangenheit!

Das Besondere daran: Die Besichtigungen finden auf freiwilliger Basis statt – von Rentnern, die sich im Seniorenclub nebenan – der „Herbstlaube“ – treffen. Sie zeigen die Wohnung allen, die daran interessiert sind, die Vergangenheit des Prenzlauer Bergs nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Adresse: Dunckerstraße 77, 10437 Berlin

Berliner Pfaueninsel

Bereit für eine kleine Romanze? Die Pfaueninsel ist der Ort für romantische Begegnungen und märchenhaften Charme. Diese schöne Insel liegt im Berliner Wannsee und gehört zum UNESCO-Welterbe. Ursprünglich wurde sie „Kaninchenwerder“ genannt, weil König Friedrich Wilhelm I. hier Kaninchen züchtete.

Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. brachte schließlich Pfauen auf die Insel, weshalb sie heute Pfaueninsel genannt wird. Noch heute dürfen sie auf der ganzen Insel frei herumlaufen.

Auf der Pfaueninsel können Sie allerlei Besonderes entdecken: Nach der Ankunft mit der Fähre können Sie den Palast besichtigen, der früher das Sommerhaus der Königsfamilie war. Außerdem können Sie den Luisentempel, das Kavaliershaus, ein Gewächshaus und noch mehr besichtigen. Unser Highlight ist sicherlich die atemberaubende Natur! Der Weg durch die Rosengärten, der Blick von der Insel auf die Havel und die vielen Pfauen versetzen Sie sofort in die Zeit zurück und sind die perfekte Kulisse für alle Fotoliebhaber.

Anreise: Nehmen Sie den Bus 218 vom Bahnhof Berlin-Wannsee zur Anlegestelle der Pfaueninsel.

Dong Xuan Center

Dies ist definitiv ein verstecktes Berliner Juwel: Das Dong Xuan-Zentrum befindet sich in einer versteckten Gasse in der Hertzberstraße in Berlin-Lichtenberg und ist das kulturelle und wirtschaftliche Handelszentrum der Vietnamesen in Deutschland. Wenn Sie Lust haben, nutzen Sie die Chance, sich ein paar Stunden lang ein wenig Hanoi-Flair zu holen und zahlreiche vietnamesische Kuriositäten auszuprobieren. Sie können sich für 30€ tätowieren lassen, sehr preiswerte Kleidung kaufen oder sich die Nägel machen lassen.

Unser Tipp: Probieren Sie die unzähligen Supermärkte aus, in denen Sie die wahren Juwelen der asiatischen Küche finden können. Probieren und kaufen Sie Waren und Gewürze, die Sie in keinem anderen Geschäft der Stadt bekommen können. Und wenn Sie hungrig werden, können Sie eines der acht authentischen vietnamesischen Restaurants ausprobieren. Wir wissen schon, was wir probieren wollen, denn es geht das Gerücht, dass man hier die besten Pho Berlin’s bekommen kann… ab geht die leckere Suppe!

Sie haben genug eingekauft und gegessen und wollen nun noch mehr über das Leben der Vietnamesen in Berlin erfahren? Dann sollten Sie einen Rundgang durch das Dong Xuan Center machen.

Anreise: Nehmen Sie die Straßenbahn M8 Richtung Ahrensfelde, Ihre Haltestelle: Herzbergstraße/ Industriegebiet

Hansaviertel

Das Hansaviertel ist ein kleiner Bezirk im zentralen Bezirk von Berlin. Es ist ein absolutes Muss für alle Architekturfans und ein Paradebeispiel für das „Neue Bauen“ nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Hansaviertel war einst ein schicker Bezirk Westberlins, wurde aber 1945 zerstört.

Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Interbau 1957 verwirklichten nationale und internationale Stararchitekten ihre Vorstellungen vom modernen Wohnen in West-Berlin. Die Häuser, die hier von Stars wie Oscar Niemeyer, Walter Gropius und Egon Eiermann geschaffen wurden, stehen im Gegensatz zur Stalinallee im Bezirk Friedrichshain, die ein monumentaler sozialistischer Boulevard und ein Prestigeprojekt des sozialen Ost-Berlin war. Am Rande des Hansaviertels befindet sich die „Akademie der Künste“, die Ausstellungen und Veranstaltungen anbietet und Menschen aus aller Welt anzieht, ebenso wie das beliebte Gripstheater, ein angesehenes Jugendtheater am Hansaplatz.

Mit seinen weltberühmten Gebäuden der Nachkriegsmoderne kann man auch leicht einen kleinen Abstecher vom Hansaviertel zum nahe gelegenen Ku’Damm – einer der größten Einkaufsstraßen Berlins – machen.

Anreise: Nehmen Sie die U9 und steigen Sie am Hansaplatz oder fahren Sie mit der S-Bahn bis Tiergarten.

Tadshikische Teestube

Die tadschikische Teestube sieht wie eine originale, authentische Teestube aus und wurde 1974 von den Sowjets an die ostdeutsche Regierung geschenkt. Nachdem sie der Star der Leipziger Messe war, blieb sie in Berlin, ein Geschenk, das die deutsch-sowjetische Freundschaft symbolisiert. Hier sind Sie zwischen bunten Teppichen und Kissen, detailreichen Holzschnitzereien und den typischen Samowaren eingeklemmt – ein zauberhafter sowjetischer Pavillon. Die tadschikische Teestube befindet sich im „Kunsthof“ in der Oranienburger Straße. Am Eingang lassen Sie Ihre Schuhe zurück und machen sich dann bereit, sich von einer Kulisse aus dem Märchen der arabischen Nächte verführen zu lassen. Bequeme Kissen und kleine Holztische lassen Sie das manchmal überwältigende Ambiente der Stadt im Handumdrehen vergessen.

Gönnen Sie sich herzhafte russische Blini (Pfannkuchen) oder Vareniki (Knödel) und probieren Sie auf jeden Fall auch die russische Teezeremonie: Neben kleinen fernöstlichen Köstlichkeiten werden Ihnen Wodka und typischer Tee gereicht – ein original tadschikisches Erlebnis!

Noch besser ist, dass sie jeden Montag ab 19.30 Uhr eine märchenhafte Tee-Veranstaltung veranstalten. Machen Sie es sich zwischen orientalischen Teppichen bequem, lauschen Sie bezaubernden Geschichten und genießen Sie köstliche Heißgetränke. Was für ein magischer Ort, perfekt zum Träumen!

Adresse: Tadshikische Teestube, Oranienburger Straße 27, 10117 Berlin

Tims Brownies Fabrikverkauf

Jeder, der schon einmal einen kleinen Tims Brownie mit seinem Heißgetränk in einem Café getrunken hat, weiß, was los ist: Diese kleinen Dinger machen einfach süchtig! Bereits seit 1994 beliefert Tims das Berliner Gastgewerbe mit seinen hausgemachten Backwaren, die auf traditionelle kanadische Art und Weise in Berlin hergestellt werden. Heute findet man die unverwechselbare Wüste auch in Einkaufszentren wie dem KaDeWe oder in anderen Supermärkten, und wenn man sie wie wir manchmal mit zur Arbeit bringt, bekommt man sicher viel Liebe und große Augen von den naschhaften Mitarbeitern.

Aber wissen Sie, was noch besser wäre? Mit eigenen Augen zu sehen, wie diese Brownies, Kekse und Muffins hergestellt werden. Sie könnten sie sogar frisch aus dem Ofen und warm probieren? Wenn das nach etwas klingt, das Ihnen Spaß machen würde, sollten Sie sich das nicht entgehen lassen: Die Bäckerei Tims in Mariendorf hat jeden Samstag von 20 bis 15 Uhr für alle geöffnet und verkauft ihre Produkte im Fabrikverkauf – nichts besseres für die kalte Jahreszeit, meinen Sie nicht?

Adresse: Fabriksverkauf Tims Brownies, Friedenstraße 26, 12107 Berlin

Inseln im Tegeler See

In Ost-Berlin finden Sie Weißensee, im Westen den Wannsee. Für die Berlinerinnen und Berliner sind die Seen der richtige Ort, wenn Sie im Sommer plantschen oder an einem sonnigen Herbsttag spazieren gehen wollen. Der Tegeler See in Reinickendorf ist der zweitgrößte See Berlins, aber immer noch der am wenigsten entdeckte. Und das alles, obwohl es am Tegeler See so viel zu sehen gibt!

Wussten Sie, dass es 7 Inseln gibt? Die größte von ihnen – Scharfenberg – beherbergt sogar eine Schule mit angeschlossenem Bauernhof (schon seit 1922!) und war Drehort für die deutsche Fernsehshow „Unser Lehrer Doktorspricht“.

tegel

Empfehlenswert ist auch der idyllische Valentinswerder, wo man Wochenendhäuser, verträumte Natur und Gartenanlagen entdecken kann. Für die Fährfahrt von Tegel nach Valentinswerder zahlen Sie nur 3 Euro, die Sie bis zum 3. November täglich in Anspruch nehmen können. Der perfekte kleine Ausflug für alle, die sich im Norden der Hauptstadt Urlaubsfeeling gönnen wollen.