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Workshop: "Globale Finanzkrise: Folgen für die Regionalentwicklung"

Die ökonomischen, politischen und sozialen Folgen der globalen Finanzkrise sind in der geographischen und regionalwissenschaftlichen Literatur bislang vor allem auf großmaßstäblichen Betrachtungsebenen thematisiert worden. Neue Austeritätspolitiken haben sich nicht nur in Europa, sondern auch in transatlantischen Zusammenhängen artikuliert. In Europa werden sie derzeit hauptsächlich als internationaler bzw. makroregionaler Nord-Süd-Gegensatz diskutiert – negative Folgen der vom EU-Zentrum verordneten Austerität in den Nationalstaaten des europäischen Südens stehen einer relativen Aufwertung Deutschlands und anderer Wachstumsregionen gegenüber. Hinsichtlich der Verursachung, der Verlaufsformen und der Varietäten krisenhafter Entwicklungen auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen besteht allerdings erheblicher Erkenntnisbedarf. Die theoretische Durchdringung des Zusammenhangs von Finanzkrise und Regionalentwicklung ist ebenso ausbaufähig wie theoretisch informierte empirische Beschreibungen konkreter (regionaler) Entwicklungsverläufe. Noch immer fällt es den Regionalwissenschaften schwer, regionale Effekte der globalen Krise wie auch der darauf abhebenden staatlichen bzw. suprastaatlichen Steuerungsversuche nachzuweisen.

Mit dem Workshop will der Arbeitskreis Kritische Regionalwissenschaft einen ersten Diskussionsanstoß liefern. Es geht in der gegenwärtigen Phase der Ausdifferenzierung des Forschungsfeldes darum, wichtige Fragen zum möglichen Zusammenhang der bekannten Krisenzyklen des Kapitalismus mit der Finanzmarktkrise systematisch aufzuwerfen und interessierte ForscherInnen zu weiterführenden Arbeiten anzuregen.

Programm


10.15 Uhr: Begrüßung

10.30-11.40 Uhr: Folgen für die regionale Ungleichheit
Michael Dauderstädt (Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn): Krise, Austerität und Kohäsion: Europas stagnierende Ungleichheit.
Michael Mießner (Univeristät Göttingen): Neue Formen der ungleichen Entwicklung? Regionale Disparitäten in der Bundesrepublik Deutschland nach 2008

11.40-11.50 Uhr: Kaffeepause

11.50-13.00 Uhr: Folgen für die Regionalentwicklung
Stefan Gärtner (Institut für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen): Ausgeglichene Regionalentwicklung, dezentrale Banken, Geldpolitik und ihre Reflexivität in Krisenzeiten und danach
Albrecht Göschel (Akademie und Institut für Sozialforschung e.V., Verona/Marquartstein):
Sozialstaat als Krisenkanal - Regionaleffekte der Krisenpolitik am Beispiel von Gesundheitsfonds und Krankenhausdefizit

13.00-14.00 Uhr: Mittagspause

14.00-15.45 Uhr: Folgen für die Stadtentwicklung
Christian Zeller (Universität Salzburg): Wohnen als Finanzanlage: Wohnbauförderung, Grünflächen und Investoren in Salzburg
Stefan Padberg (Universität Wuppertal): Madrid: Kollabiert die neoliberale Stadt?
Felix Wiegand (Universität Frankfurt/Main): Städte unter dem Austeritätsregime. Ein multiskalarer Blick auf die umkämpfte Regulation der Krise der Kommunalfinanzen seit 2008.

15.45-16.00 Uhr: Kaffeepause

16.00-17.30 Uhr: Diskussion
Abschluss-Statements: Christian Zeller (Universität Salzburg) und Jochen Bürkner (Universität Potsdam) – Diskussion und Thesen für die weitere Forschung


Programm als PDF

 

Allgemeine Information:

Datum: Freitag, 14. November 2014

Ort: Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, Göttingen, Lange Geismarstraße 72-73

Anmeldung: bis zum 7. November 2014 an Michael Mießner (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Teilnahmegebühr: 15-25€ (incl. Mittagessen, Kaffee) nach Selbsteinschätzung. Wir bitten um Überweisung bis zum 10. November 2014 auf das Konto: Institut für Regionalforschung e.V. IBAN: DE16 2605 0001 0000 596536 BIC: NOLADEDE21GOE